Früher spielten die Mondphasen im Leben der Menschen eine wichtige Rolle: Bei Vollmond konnte man auch des Nachts reisen, bei Neumond, hieß es, habe man besonderers viel Glück, und die Küstenbewohner wussten, dass die Gezeiten von der Mondposition abhängen. Heute könnte kaum jemand auf Anhieb sagen, in welcher Phase der Mond sich gerade befindet, und viele wissen nicht, wodurch der Eindruck des ab- und zunehmenden Mondes entsteht. Tatsache ist jedoch, dass der Mondzyklus nicht nur astronomisch von Interesse ist, sondern uns alle auf der Erde beeinflusst.

 

Der Lauf des Mondes

Der Mond umkreist die Erde entgegen dem Uhrzeigersinn.Im Verlauf dieser Umlaufbewegung ändert sich die Mondform - von einer schmalen Sichel über einen halbkreis bis hin zur kreisrunden Scheibe, wonach er wieder kleiner wird, bis er erneuert als schmale Sichel erscheint. Diese Veränderung beruhen auf dem Winkel, in dem der Mond von der Sonne beleuchtet wird - er selbst hat keinerlei Leuchtkraft. In der Zeit, in der der Mond größer wird, spricht man vom zunehmenden Mond, danach vom abnehmenden Mond. Der Mondzyklus beginnt bei Neumond. Dies ist der Zeitpunkt, an dem der Mond auf einer fast geraden Linie mit der Sonne liegt. Das bedeutet, er steht am Tag am Himmel, wo er aber in der Regel wegen des hellen Sonnenlichts nicht sichtbar ist.
Die Sichelform kurz vor oder nach Neumond entsteht, weil die runde Form des Mondes fast ausschließlich von hinten von der Sonne beleuchtet wird. Im Westen ist er kurz nach Sonnenuntergang zu sehen, und kurz nach der Sonne geht auch er selbst unter. Am frühesten wird er etwa 14 Stunden nach Neumond sichtbar. Sieben Tage nach Neumond ist er zum Halbmond angewachsen. Die Astronomen sprechen hierbei vom "ersten Viertel", weil der Mond dann ein Viertel seiner Reise um die Erde hinter sich gebracht hat.


Fakten

Ein Mythos

Viele Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, behaupten, dass sich bei Vollmond mehr Unfälle ereignen als sonst. Statistisch gibt es hierfür aber keine Belege.

Phasengleich

Die Sitzungen des bekannten englischen Gelehrtenvereins Lunar Society aus dem 18.Jahrhundert wurden stets bei Vollmond anberaunt, damit die Mitglieder im hellen Mondlicht heimreisen konnten.

Bombenhell

Während des 2.Weltkriegs hatte der Vollmond auch schlechte Seiten, da Bomberangriffe wegen der guten Sicht besonders gefährlich waren.

 



Bild 1


Bild 2

Während der Erdumdrehung (Bild 3) ändert der Mond ständig seine Gestalt - je nachdem, wieviel Sonnenlicht er zurückstrahlt. Die nummerierten Mondpositionen entsprechen jeweils dem Mond am Nacht- bzw. Taghimmel (Bild 1 und 2).Zu Beginn des Mondmonats ist der Mond nur am Nachthimmel erkennbar (Bild 1, Ansichten 1-5). Bei Vollmond ist er die ganze Nacht hindurch sichtbar. Im Osten geht er dann bei Sonnenuntergang am Abendhimmel auf und im Westen bei Sonnenaufgang am Morgenhimmel unter. Nach Vollmond ist er am Morgenhimmel sichtbar (Bild 2, Ansichten 5-9). Überall auf der Erde ist stets praktisch die gleiche Mondphase zu sehen.


Bild 3

 


Abnehmender Mond

Der Halbmond kann bei Sonnenuntergang ziemlich genau im Süden beobachtet werden und folgt der Sonne einige Stunden später westwärts. Sieben Tage später ist Vollmond. Nun geht der Mond etwa bei Sonnenuntergang auf und steht der Sonne am Himmel beinahe direkt gegenüber - etwa im Osten.
Etwa eine Woche nach Vollmond ist wieder Halbmond. Dieses Mal wird die andere Seite beleuchtet, die der Seite vom ersten Viertel gegenüberliegt. Der Mond geht nun jede Nacht ungefähr eine Stunde später auf, so dass man ihn in dieser Phase morgens am besten beobachten kann. Einige Tage nach dem letzten Viertel ist der Mond wieder sichelförmig. Er ist nun kurz vor Abenddämmerung zu sehen und geht im Osten eine oder zwei Stunden vor der Sonne auf. Danach bewegt er sich genau zwischen Erde und Sonne und "verschwindet" für einige Tage, da nur die erdabgewandte Seite im Sonnenlicht liegt: Es ist Neumond und ein neuer Mondzyklus beginnt.


Hintergrundt.

Im Licht der Erde

Wenn der Mond Sichelförmig am himmel steht, ist oft auch der Rest seiner Scheibe schemenhaft sichtbar. Könnte man auf dem Mond selbst stehen, würde einem der Grund für dieses Phänomen sofort einleuchten: Am Himmel würde die fast volle Erdkugel mit ihrer hellleuchtenden Wolkenhülle stehen. Sie wirft ihr Licht auf den Mond zurück, das den Schein des Vollmondes auf der Erde bei weitem übertrifft.

Nur eine Illusion

Vielen kommt der Mond beim Aufgehen viel grösser vor als im Zenit. In Wirklichkeit ist der Mond aber gerade beim Aufgehen sogar kleiner - seine scheinbare Grösse entspringt einer Optischen Täuschung : Das Auge vergleicht den aufgehenden Mond mit weit entfernten Objekten in der Landschaft. Die Täuschung beruht also nicht, wie manchmal behauptet wird, auf einem optischen Effekt der Lufthülle in Horizontnähe.


 


Daten

Mondzyklus in Zahlen

Dauer der Umlaufbahn um die Erde
(Siderische Umlaufzeit)

27,3 Tage
Zeitspanne zwischen zwei Neumonden
(Synodische Umlaufzeit)
29,5 Tage
Anzahl der Neumonde pro Jahr 13

Günstige Monate zur Beobachtung der Mondphase
Zunehmende Mondsichel........Ende April
Erstes Viertel..........................März
Vollmond................................Dezember
Letztes Viertel.........................September
Abnehmender Mondsichel.......Ende Juli

 


Perspektiven - Was wäre wenn....

....der Mond kleiner würde ?

Der Mond bewegt sich im Laufe der Zeit von der Erde weg. Hätte es vor 1 Milliarde Jahren bereits Menschen gegeben, wäre ihnen der Mond am Himmel wie ein gigantischer Ballon erschienen. Auch der Zeitraum, den der Mond braucht, um die Erde einmal zu umrunden, nimmt zu. In ferner Zeit wird dies dann doppelt so lang dauern wie heute und der Mond wird am Firmament immer kleiner und kleiner werden. Gleichzeitig verlängert sich jedoch auch die Dauer eines Erdentages. Der Mond wird dann lediglich von einer Erdhalbkugel aus sichtbar sein - vermutlich derjenigen Hälfte mit der größten Landmasse - und wird sich am Himmel nur noch auf - und abbewegen. Seinen Zyklus behält er bei, allerdings wird er 58 von unseren heutigen Tagen dazu brauchen.bei Sonnenuntergang wird er im ersten Viertel stehen, und innerhalb von 27 heutigen tagen im letzten Viertel. Erst dann wird sich die Sonne am Horizont erheben, und es wird ein weiterer dieser "neuen", verlängerten Erdentage anbrechen.Die Ursache dieser Änderung ist die Massenanziehung, die der mond auf die Ozeane ausübt. Dies verlangsamt die Rotationsgeschwindigkeit der Erde, was zur Folge hat, dass sich die Umlaufbahn des Mondes spiralförmig immer weiter in den Weltraum ausdehnt. Im Moment beträgt diese Entfernung pro Jahr 3 cm, so dass die Mondphasen, wie sie uns vertraut sind, noch Millionen von Jahren erhalten bleiben.