Der Mond ist die wohl vertrauteste Erscheinung am Nachthimmel. Er ist der Erde am nächsten und kreist mit ihr gemeinsam um die Sonne.Obwohl der Mond die Erde in einer Entfernung von nur 384000km umrundet, unterscheidet er sich von ihr doch ganz erheblich. Er besteht aus einer öden, grauen Steinwüste und ist mit Kratern von zahllosen Asteroideneinschläge übersät. Bis heute ist der Mond der einzige Himmelskörper, auf den der Mensch seinen Fuß gesetzt hat. Kürzlich wurden jedoch Spuren von Wasser entdeckt, wodurch das Interesse an einer erneuten Mondlandung geweckt wurde.

(Bild oben) - Blick von Apollo 16 auf den Vollmond

Mondoberfläche

Da der Mond der Erde relativ nahe ist, können wir seine charakteristischen Merkmale mit bloßem Auge erkennen. Am auffallendsten sind die dunkleren Regionen, die sich zu dem vertrauten "Man-im-Mond"- Gesicht zusammenfügen lassen. Sie entstanden durch die Einschläge riesiger Meteoriten, wobei sich tiefer gelegene Ebenen bildeten, die sich mit dunkler Lava füllten. Man bezeichnet sie als Maria, ein Ausdruck der sich von dem lateinischen Wort mare für "Meer" ableitet. Zwar enthielten sie niemals Wasser, doch für die ersten Mondbeobachter sahen diese Gebiete wie Meere aus. Viele Maria erhielten Phantasiebezeichnungen, wie das Mare Tranquillitatis (Meer der Ruhe), in dem 1969 die ersten Apollo 11 Astronauten landeten. Die hellen Gebiete sind zerklüftete Hochebenen.
Ein Blick durchs Fernglas zeigt, dass die Mondoberfläche von zahllosen Kratern bedeckt ist. In die größten würde spielend eine Großstadt hineinpassen. Auch diese Krater entstanden durch Meteoriteneinschläge. Manche sind von von hellen Strahlen umgeben, die aus herausgeschleuderten Felsbruchstücken bestehten. Bei Vollmond sind die Strahlen des Kraters Tycho in der südlichen Hemisphäre besonders deutlich zu erkennen. Die Mondkrater wurden meist nach bekannten Persönlichkeiten benannt.

Maria

Die dunkleren Regionen auf der Mondoberfläche sind Vertiefungen, die durch Meteoriteneinschläge entstanden und sich infolge vulkanischer Aktivität später mit dunkler Lava füllten

 
Hochebenen

Die hellen Bereiche des Mondes sind rauhe Gebirgs- und Kraterlandschaften, deren Felsen das Sonnenlicht reflektieren. Sie stehen in deutlichen Kontrast zu den dunkleren, lichtabsorbierenden Felsen in den lavagefüllten Maria.

 
Krater

Die Mondoberfläche ist mit Kratern übersät, von denen die größten eine Stadt aufnehmen könnten. Sie entstanden durch Metoriteneinschläge. Einige polnahe Krater liegen immer im Dunkeln. In einem wurde 1998 Spuren von Wassereis entdeckt.

 
Strahlen

Einige Krater sind von hellen Strahlensystemen umgeben. Es handelt sich um Gesteinsfragmente, die beim Aufprall eines Metoriten aus dem Krater weit in die Umgebung herausgeschleudert wurden.

 
Mondstaub

Der Mondboden ist von einer feinen Staubschicht bedeckt dem Regolith. Sie besteht aus Gestein, das im Laufe von Äonen durch Meteoriteneinschläge immer weiter zerkleinert wurde. Einige tropfenförmige Gesteinsbrocken sin bereits einmal geschmolzen.

 

Astronomen gehen davon aus, dass der Mond vor rund 4,6 Milliarden Jahren entstand, als die damals noch junge Erde von einem Objekt getroffen wurde, das den heutigen Mond an Größe übertraf. Bei dem heftigen Aufprall zerbrach das Objekt und Bruchstücke wurden auf eine Umlaufbahn um die Erde befördert, wo sie sich vereinigten und schließlich den Mond bildeten. Dieser besitzt keine Atmosphäre und es existiert dort weder Wasser noch Leben. Weil Wind- und Wettereinflüsse fehlen, tritt keine Verwitterung auf, sodass die zerklüftete, farblose Mondlandschaft seit Millionen Jahren unverändert. Der Mond kehrt uns stets die gleiche Seite zu, weil er sich in der gleichen Zeit (27,3 Tage) um seine Achse dreht, in der er auch die Erde umrundet. Dies bezeichnet man als "synchrone Rotation". Bevor Raumsonden den Mond umkreisten, wusste niemand wie er auf der erdabgewandten Seite aussieht. Die ersten Bilder dieser "dunklen" Seite des Mondes wurden im Oktober 1959 von der russischen Raumsonde Luna 3 aufgenommen. Die erdabgewandte Seite ist größtenteils von hellen Kraterlandschaften bedeckt und weist weniger der dunklen Mare-Regionen auf als die andere Hälfte. Inzwischen ist der Mond vollständig kartiert.ist.



Dreiviertelmond

 

Hintergrund

Doppelplanet

Vergleicht man die grössen der Monde in unserem Sonnensystem mit denen ihrer Mutterplaneten, ist unser Mond mit Ausnahme des Pluto-Mondes der Grösste. Vom Weltraum aus gesehen, wirken Erde und Mond fast wie ein Doppelplanet, obwohl sie sehr verschieden sind: der Mond hat eine geringere Dichte und besitzt keinen Eisenkern.

Ferne Horizont

Der Mond ist nur ein Viertel so groß wie die Erde. Daher ist seine Oberfläche erheblich stärker gekrümmt. Das bedeutet, dass der Mondhorizont auch viel näher liegt. Stünde man beispielsweise in einem der grossen Krater, könnte man die umgebenden Kraterwände überhaupt nicht sehen, weil sie unterhalb des Horizonts liegen.


Erdaufgang (Diese berühmte Aufnahme der Erde über den Mondhorizont gelang Apollo Astronauten, während sie den Mond umkreisten.

Erde am Mondhorizont

Erdsichel über dem Mondhorizont

Erdaufgang über dem Mond
Leichtgewicht

Da der Mond kleiner und leichter ist als die Erde, besitzt er geringere eine geringere Anziehungskraft. Deshalb wiegt man dort oben nur ein sechstel von dem, was eine Waage auf der Erde anzeigt.

  Silbermond

Der Mond erscheint uns dunkelgrau, weil seine Oberfläche nur 12 Prozent des Sonnenlichtes reflektiert.

  Kurze Monate

Der Mond bewegt sich jährlich um 3,8 cm spiralförmig von der Erde weg. Vor 1 Milliarde Jahren, als er der Erde noch näher war, währte 1 Monat nur 6,5 Stunden.


 


(bild oben) Sammlung von Mondgesteinsproben

Daten

Durchmesser.......................... 3476 km
Achsenneigung....................... 6° 41' in Bezug auf seine Umlaufbahn
Umlaufzeit.............................. 27,3 Erdtage
Länge eines Mondtages....... 27,3 Erdtage
Entfernung zur Erde............. 384 000 km
Oberflächentemperatur........ 122° C (Tagsüber) bis -232° C (Nachts)
Oberflächengravitation......... 0,17fache Erdgravitation
Masse..................................... 0,012 Erdmassen
Volumen................................. 0,02 Erdvolumen
Dichte..................................... 3,34fache Dichte von Wasser


)bild(bild oben) UV sichtbares Kompositbild des Kraters Tycho auf dem Mond

 


Perspektiven - Was wäre wenn....

....man nochmals auf dem Mond landete ?

Im Rahmen des Apollo Programms sind zwischen 1969 und 1972 zwölf amerikanische Astronauten auf dem Mond gelandet. Seitdem war niemand mehr dort, aber die NASA erwägt, noch vor dem Jahr 2020 wieder Astronauten auf den Erdtrabanten zu entsenden. NASA Chef Daniel Goldin hat bereits Pläne für eine Mars.Expedition vorgestellt, die vom Mond aus gestartet werden könnte. Denn die Analyse von Mondgestein ließ auf ausreichende Vorkommen an Metallen wie Aluminium, Eisen, Titan und Magnesium schließen, mit denen man Raumschiffe bauen könnte. Und da die Gravitationskräfte schwächer als auf der Erde sind, wären Raketenstarts von dort erheblich einfacher.


....es eine Mondbasis gäbe ?

Als man Wassereis an den Polen des Mondes entdeckte, kamen erneut Pläne ins Gespräch, bemannte Mondstationen zu bauen. Als Unterkunft sollen Druckzylinder dienen, die zum Schutz vor Meteoriten und kosmischer Strahlung mit Gestein bedeckt werden. Zunächst werden Wissenschaftler von diesen Stationen aus die Berge, Krater und Täler des Mondes erforschen. Von Mondobservatorien aus wird man das All besser beobachten können, als dies von der Erde mit ihrer störenden Atmosphäre möglich ist. Und mit leistungsstarken Radioteleskopen lässt sich ohne irdische Funkwellen-Interferenzen in den Weltraum hineinhorchen.
Das Sonnenlicht wird die Energie für den Betrieb der Mondstation liefern. Auch lassen sich mit Sonnenenergie die Eiskappen an den Polen abschmelzen, um Wasserstoff und Sauerstoff für Treibstoffe zu erzeugen. Zum Atmen wird Sauerstoff aus Ablagerungen gewonnen, die jetzt noch in Form von Oxiden im Gestein eingeschlossen sind. Mit diesem Gestein kann man auch die Stationen weiter ausbauen. Mit Hielfe von Wasser und Dünger wird man Pflanzen anbauen und in Druckkammern Nutzvieh und Fische züchten. Scließlich werden wir die wertvollen Bodenschätze nutzen. Um Mondgestein in den Weltraum zu befördern, könnte man sogenannte Magnetrampen als Transportmittel verwenden. Das Gestein wird dann entweder zur Erde geschafft oder in Weltraum-Fabriken verarbeitet. Eines Tages können vielleicht Touristen den Mond besuchen, die den Landeplatz der ersten Mondfhre besichtigen und in Mondhotels leben.