Das Sternbild des Orion gehört zu den auffälligsten Konstellationen am Nachthimmel. Was man jedoch mit dem bloßen Auge meist nicht sehen kann, ist die riesige Gaswolke, in der aus Staub und Molekülen ständig neue Sterne entstehen. Orion ist die der Erde am nächsten gelegene und besonders aktive Geburtsstätte für neue Sterne innerhalb unserer Galaxis. In den Tiefen dieses Nebels verbergen sich, in dichte Staubwolken gehüllt, hunderte von jungen Sternen. Glücklicherweise haben einige davon ihre Umhüllung weggeblasen, sodass wir sie beobachten können.

 

Der Orionnebel in Zahlen
  Durchmesser   30 Lichtjahre (Sichtbarer Nebelbereich
  Masse   700 Sonnenmassen
  Dichte   610 H²_Moleküle Pro 15 cm³
  Entfernung   1300 Lichtjahre
  Durchschnittstemperatur   -173° C
  Zusammensetzung   75% Wasserstoff, 23% Helium, 2% andere Elemente und komplexe Moleküle, z.B.: Alkohol

Von der Wolke zum Stern

In der Milchstrasse befinden sich mehrere tausend gigantisch grosse Molekülwolken, welche die Hälfte der gesamten Gasmasse unserer Galaxis enthalten. Der erdnächste Wolkenkomplex, der so genannte Orionnebel, befindet sich im Sternbild Orion, in dem auch der Pferdekopfnebel und andere leuchtstarke Sterne zu finden sind. Der Orionnebel ist eine Geburtsstätte für neue, massereiche Sterne.
Die mit der Sternentstehung verbundenen Prozesse, welche diese Gaswolke für Astronomen so interessant machen, finden allerdings tief im Inneren des Nebels statt. Mit bloßem Auge kann man den Nebel nur als hellen, diffusen Fleck um den mittleren Stern im Schwertgehänge des Orion ausmachen. Durch das Teleskop betrachtet entpuppt sich dieser Fleck als eine leuchtende Gaswolke, in deren Zentrum vier helle Sterne stehen. Obwohl sie nur einen winzigen Teil des Sternbildes Orion ausmacht, bedeckt sie die Fläche von vier Vollmonden. Die vier Zentralsterne sind sehr groß, der größte davon ist Theta 1C Orionis. Er gibt 500 000-mal mehr Strahlung ab als die Sonne und verbraucht dabei 40-mal so viel Gas. Zunächst bemerkt man davon nichts, da Theta 1C Orionis hauptsächlich UV-Strahlung aussendet, die weit jenseits des sichtbaren Lichtspektrums liegt. Die viel kühleren Sternentstehungsgebiete rings um Theta 1C Orionis senden längerwellige Infrarotstrahlen aus, die mit bloßem Auge ebenfalls nicht sichtbar sind. In diesen Regionen, in denen ständig neue Sterne entstehen, können sich auch komplexe organische Moleküle wie Alkohol halten.


 

Infrarot Aufnahme

Rotlicht-Bezirke

Um in Wolkengebilden wie dem Orionnebel Sterne ausfindig zu machen. benutzen die Astronomen paradoxerweise "unsichtbares" Infrarotlicht. Im Gegensatz zur kurzwelligen UV-Strahlung wird die langwellige IR-Strahlung nicht von Staub- und Gaspartikeln blockiert.
1967 entdeckten die US-Astronomen Eric Becklin und Gerry Neugebauer mittels einer Infrarotkamera einen Stern tief im Orionnebel. Nachfolgende Untersuchungen enthüllten weitere Details verborgener IR-Objekte. So befindet sich zwischen Thetha 1C Orionis und dem heißen Becklin-Neugebauer-Objekt ein ganzes "Rudel" von Sternen, die mit 1 Million Jahren so jung sind, dass noch keine Fusionsprozesse eingesetzt haben. Und der Orionnebel enthält noch genügend Materie, um mehrere Hunderttausend Sterne mit mindestens einer Sonnenmasse zu produzieren. Die Wolken durchlaufen einen ständigen Wandlungsprozess: Ihre dichtesten Regionen kollabieren zu Sternen und massereiche Sterne senden Schockwellen aus, die ihrerseits die Entstehung neuer Sterne auslösen. Auf diese Weise wurde von Theta 1C Orionis und seinen drei Partnersternen der massereiche neue Stern IRc2 hervorgebracht. Um ins Innere des Orionnebels sehen zu können, sind die Astronomen auf das Licht von Theta 1C Orionis angewiesen, der auf der erdzugewandten Seite leuchtet

Jungstern im Orionnebel


 

 

M42       Sternentstehung im Orionnebel
         
Pferdekopf       Pferdekopf