Der Mars ist der viertnächste Planet zur Sonne, der erdnächste der äußeren Planeten und neben der Erde der einzige Planet, auf dem der Mensch eines Tages leben könnte. Er ist zwar kleiner und kälter als die Erde, ist ihr aber ansonsten bemerkenswert ähnlich: Es gibt dort Tage und Jahreszeiten, eine dünne Atmosphäre und höchstwahrscheinlich beträchtliche Wasserreserven, die in Form von Eis unter der Oberfläche lagern. Es besteht sogar die Möglichkeit, dass auf dem Mars einst Lebensformen existierten und heute dort noch immer Überreste ausgestorbener Lebewesen im Verborgenen auf ihre Entdeckung warten.

 

Mars       Erde
6795 km   Durchmesser   12831 km
23°59'   Achsenneigung   23°27'
687 Erdentage   Dauer eines Jahres   365 Tage
24 Stunden 37 Minuten   Länge eines Tages   24 Stunden
229,3 Millionen km   Entfernung zur Sonne   149,6 Millionen km
-40°C   Oberflächentemperatur   15°C
0,379 g   Schwerkraft   1 g
Kohlendioxid (90%)   Atmosphäre   Stickstoff 79%, Sauerstoff 21%
10 Millibar   Luftdruck   1000 Millibar
Silicium 43%, Eisen 41%   Zusammensetzung   Silizium 60%, Aluminium 15%

Kalte, Felsige Wüste

Von allen Planeten im Sonnensystem ist der Mars wohl der erdähnlichste. Seine Achse ist wie die Erdachse geneigt - die Ursache für die Entstehung der Jahreszeiten. Der Mars hat einen relativ warmen Sommer, mit Temperaturen, die in der südlichen Hemisphäre +20°C erreichen, aber einen langen kalten Winter, in dem sie bis auf -140°C fallen können.
Vor über 4 Milliarden Jahren war der Mars wie die Erde von Vulkanen überzogen und es gab wohl oberflächliches Wasser, das Kanäle formte. Die Atmosphäre des Mars ist viel dünner als auf der Erde und die Wolken sind nicht aus Wasserdampf, sondern aus Kohlendioxid. Trotz der zahlreichen Ähnlichkeiten mit der Erde ist der Mars alles andere als ein bewohnbarer Ort. Ohne Raumanzug würde ein Mensch dort nicht nur ersticken, sondern aufgrund des wesentlich niedrigeren Atmosphäredrucks würde sein Blut innerhalb von Minuten zu kochen beginnen.

 


Als in den 70er Jahren die ersten detaillierten Marskarten entstanden, wurden die ursprünglichen Namen durch beschreibende lateinische Begriffe, etwa Planitia (Ebene) oder Mons (Gebirge) ergänzt.

Nordpol

Besteht aus gefrorenem Kohlendioxid (Trockeneis) und Wassereis. Die südliche Eiskappe schmilzt im Sommer fast völlig ab.

   
Olympus Mons

Der größte Vulkan im Sonnensystem ist über 27 km hoch und hat einen Durchmesser von mehr als 600 km. Er ist wahrscheinlich verloschen.

   
Valles Marineris

Eine riesiges Grabensystem, das mit einer Länge von über 5000 km an einer Seite des Planeten verläuft und so groß ist, dass die Rocky Mountains darin bequem Platz finden würden.

   
Argyre Planitia

Eines der Becken, das vor Milliarden von Jahren durch Asteroideneinschlag entstanden ist. Der Krater Galle hat einen Durchmesser von etwa 200 km.

   

Staubstürme

Neben Sauerstoffmangel und niedrigem atmosphärischem Druck müsste man auch den ständigen Stürmen widerstehen, die mit Geschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern über die Marsoberflache peitschen und riesige Wolken feinen, orangen Staubs aufwirbeln. Diesem Staub verdankt der Mars auch seinen Beinamen "Roter Planet", obwohl "Rostiger Planet" passender wäre, da die Farbe mit dem hohen Eisenanteil des Marsgesteins - durchschnittlich doppelt so hoch wie auf der Erde - erklärt wird. Es ist sehr kalt und trocken, selbst an warmen Sommertagen steigt die Bodentemperatur kaum über den Gefrierpunkt. Und im Winter sind die Felsen am Morgen häufig mit einer feinen Frostschicht aus Kohlendioxid überzogen. Die beiden kleinen Marsmonde Phobos und Deimos umkreisen den Planeten in etwa acht beziehungsweise 30 Stunden. Man hält sie für Asteroiden, die dem Planeten einmal zu nahe gekommen sind und von seiner Schwerkraft erfasst wurden. Wenn Phobos, der nähere der beiden, seine gegenwärtige Umlaufbahn beibehält, wird er in etwa 100 000 Jahren auf den Mars prallen. Man vermutet, dass es früher zu ähnlichen Kollisionen gekommen ist.


Perspektiven - Was wäre wenn....

....es Marskolonien gäbe ?

Die wahrscheinlichste Zukunftsperspektive für den Mars aus menschlicher Sicht ist eine Kolonisation zur Gewinnung von auf der Erde knappen Mineralien. Die Autoren von "Star Trek" hatten diese Idee bereits: Die großen Werften, auf denen das Raumschiff Enterprise-D und Raumschiffe der Galaxy Klasse gebaut werden, befinden sich in einer geostationären Umlaufbahn (kreisen also mit derselben Geschwindigkeit wie der Mars selbst) etwa 160 000 km über Utopia Planitia.
Das ist keineswegs so utopisch wie es scheint. Der Mars ist reich an Mineralien, vor allem an Eisen und Aluminium, die selbst noch im 24.Jahrhundert die Basis für technische Konstruktionen sein werden. Andere Elemente sind in weit geringeren Mengen nötig, so dass man sie aus Quellen wie etwa dem Merkur oder dem Asteroidengürtel herbeischaffen könnte. In Star Trek werden Werften weitgehend automatisch aus den Minen in Utopia Planitia selbst beliefert. Die Legierungen werden teilweise auf der Oberfläche hergestellt und dann mittels eines Magnetischen Plus-Transfer-Generators (MPTG) auf einem Strahl elektromagnetischer Energie zu den Werften geleitet. Der Mars ist dafür ideal, denn seine Oberflächenschwerkraft beträgt nur ein Drittel jener Erde und das spart Energie.

....der Mars der Erde ähnelte ?

Ein noch ehrgeizigerer Plan zur Kolonisierung des Mars sieht das Schmelzen der Eisenreserven vor, die man unter der Oberfläche vermutet. Dieses Wasser würde dann in die Atmosphäre verdampfen, sie verdichten und einen Treibhauseffekt erzeugen, ähnlich dem auf der Erde. Erwärmt sich die eisige Oberfläche des Mars, würde sie weitere Eisreserven zum Schmelzen bringen und in tiefergelegene Region zur Bildung von Seen führen. An diesem Punkt könnten Pflanzen eingeführt werden, die die kohlendioxidhaltige Atmosphäre positiv veränderten, indem sie lebensnotwendigen Stickstoff und Sauerstoff abgeben.