Das Leben ist das größte Wunder im Universum. Es entstand durch eine Verbindung komplexer Moleküle in der Frühzeit der Geschichte unseres Planeten. Es entwickelten sich organische Strukturen, die nicht nur wachsen, sondern sich auch fortpflanzen konnten.Die Erde scheint der einzige Ort in unserem Sonnensystem zu sein, auf dem Leben gedeiht. Erst wenn wir mehr über den Beginn des Lebens wissen, finden wir vielleicht heraus, ob es sich dabei um ein auf die Erde beschränktes Wunder handelt oder ob es im ganzen Universum Leben gibt, das sich bei geeigneten Bedingungen überall ausbreitet.

 

Daten - Entstehung von Leben
Vor 4,5 Milliarden Jahren   Die Erde entsteht.
Vor 3,8 Milliarden Jahren   Auf der Erde bildet sich Gestein.
Vor 3,7 Milliarden Jahren   Die ersten lebenden Zellen entwickeln sich in sehr heißen, schwefeligen Vulkangebieten.
Vor 3,5 Milliarden Jahren   Entstehung der Cyanobakterie, die sich von Licht ernähren und mit der Abgabe von Sauerstoff in die Erdatmosphäre beginnen.
Vor 2,2 Milliarden Jahren   Die Erdatmosphäre enthält nun soviel Sauerstoff, dass sich Organismen bilden, die diesen zum Leben benötigen (Aerobier).
Vor 2,0 Milliarden Jahren   Verschiedene Bakterien verbinden sich in einer Zelle zur ersten komplexen lebenden Zelle.

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Der Lebensfunke

Wir wissen heute, dass es organische Verbindungen - auf Kohlenstoff basierende Moleküle, aus denen das Leben entstanden ist - nicht nur auf der Erde gibt, sondern diese im gesamten Universum verteilt sind. In Meteroiten fand man alle Arten von organischen Verbindungen, darunter auch Aminosäuren, aus denen Proteine, die Eiweißbausteine des Lebens, gebildet werden. Die Analyse von Licht aus interstellaren Wolken zeigt, dass auch sie diese Elemente enthalten.
In ihrem berühmten Experiment von 1953 vermischten die Amerikaner Miller und Uery in einem Glas alle Gase, aus denen sich ihrer Vorstellung nach die Atmosphäre der Urerde zusammensetzte - ein tödlicher Cocktail aus Amoniak, Methan und Wasserdampf. Nachdem sie diesen Mix starken elektrischen Ladungen ausgesetzt hatten, entstand eine kräftige Mischung organischer Verbindungen. Blitze in der Uratmosphäre könnten auf der Erde ähnliche Resultate gebracht haben. Neuere Versuche zeigen, dass auch die Bombardierung der Atmosphäre mit kosmischer Strahlung aus dem tiefen Raum zu einer derartigen Wirkung geführt haben könnte. Weitere Experimente bestätigen, dass selbst die in lebender Materie gefundenen komplexen Proteine mit relativ einfachen chemischen Reaktionen verbunden werden können. Also ist die Herstellung der Grundbausteine des Lebens keineswegs schwierig.

1 Ursuppe
Vor 4,3 Milliarden Jahren

Die Uratmosphäre besaß alle Elemente zur Schaffung von Leben. Blitze und kosmische Strahlung formten daraus komplexe Gruppen organischer Moleküle.

   
2 Aminosäuren
Vor 4 Milliarden Jahren

Zu den vielen Molekülen, die entstanden waren,gehörten auch die Aminosäuren, die sich zu Proteinen, den Grundbausteinen allen Lebens auf der Erde, verbinden.

   
3 Lebende Zellen
Vor 3,8 Milliarden Jahren

Mit der Zeit bildeten die Proteine Zellen, in denen das Erbgut (DNS) begann, sich zu verdoppeln und die Informationen des Lebens an neue Generationen weiterzugeben.

   
4 Lebewesen
Vor 2 Milliarden Jahren

Zellen verbanden sich zu Gruppen oder Ketten. Um zu überleben, begann sie zusammenzuarbeiten.So entwickelten sich an ihre Umgebung angepasste Lebewesen.

   

Von Proteinen bis zu Riesenmolekülen, die sich selbst reproduzieren können, ist es jedoch ein weiter Weg - und ebenso weit ist es dann noch zur ersten "lebenden" Zelle. Die ersten lebenden Zellen waren winzige Archaebakterien. Alles Leben auf der Erde stammt von diesen Organismen ab, die erstmals vor fast 4 Milliarden Jahren auftachten. Die ältesten Spuren von Leben auf der Erde sind in Gestein eingelagert, 3,5 Milliarden Jahren alte mikroskopisch kleine Fäden und Kugeln. Sie haben Ähnlichkeit mit den Blaugrünen Algen, die heute noch in Teichen zu finden sind. Diese kleine Algen vermehrten sich durch Licht und nutzen dessen Wirkung auf Chlorophyll, um Kohlendioxid in Kohlenstoff und Sauerstoff aufzuspalten. Kohlenstoff benötigten sie für ihre eigene Ernährung, während sie den Sauerstoff als Abfallprodukt in die Atmosphäre abgaben. Im Verlauf von über 1 Milliarden Jahren veränderte dieser Sauerstoff nach und nach die Erdatmosphäre und ebnete den Weg für höhere Lebensformen - und letztendlich auch für uns Menschen.


Diese Darstellung zeigt die Oberfläche des Saturnmonds Titan als unwirtliche Gegend. Obwohl sich ein komplexes Lebewesen wie der Mensch dort nicht entwickeln könnten, hätten einfache Organismen wie Bakterien dort fast sicher eine Überlebenschance.

Perspektiven - Was wäre wenn....

....Das Leben irgendwo anders im Sonnensystem begonnen hätte ?

Die idealen Lebensbedingungen auf der Erde sind auf die Oberflächentemperatur zurückzuführen. Ähnliche Temperaturen gibt es jedoch auch anderswo im Sonnensystem. Auf Mond und Merkur findet man sie knapp 1m unter der Oberfläche. Könnten in diesen Welten nicht tief unten und durch dicke Felsschichten vor den Sonnenstrahlen geschützt mikroskopisch kleine Lebensformen existieren?
Die jüngste Entdeckung winziger Bakterien in Felsschichten tief im Erdinnern gaben erneut Anlass zu Spekulationen. Eine vieldiskutierte Analyse eines Gasaustritts aus dem Mondkrater Alphonsus im Jahre 1959 ließ auf lebensfördernde organische Chemikalien schließen, was sich bei einer späteren Erforschung des Mondes jedoch nicht bestätigte.
Auf der heißen Oberfläche der Venus kann kein Leben exestieren, aber in den Wolken der dichten Venusatmosphäre sind die Bedingungen so erdähnlich wie überall im Sonnensystem. In den eiskalten Wolken des Jupiter gibt es auch kein Leben, es besteht aber Grund zur Annahme, dass es weiter unten wärmer ist. Die Jupiteratmosphäre unterscheidet sich nicht sehr von jener der jungen Erde und Labor- und Computersimulationen zeigen, dass dort die Möglichkeit der Entstehung organischer Moleküle gegeben ist. Es gibt Spekulationen, dass die Farbpigmente der Jupiterwolken organisch sein könnten. Analysen von Licht, das von den Jupiterwolken reflektiert wurde, deutet auf die Präsenz komplexer organischer Moleküle hin. Auch besitzen der Jupitermond Io und der Saturnmond Titan Atmosphären. Während komplexes Leben im Sonnensystem unwahrscheinlich ist, besteht doch eine geringe Chance, dass mikroskopisch kleines Leben fast überall existiert. Wenn dies so ist, können wir fast sicher sein, dass es irgendwo im Universum größere, komplexere Lebensformen gibt.